Support your neighbour – zu Gast bei Freunden

Es gibt sie bereits seit über 30 Jahren, die „AG 9 Städte + 2 in Niedersachsen“. Gemeinsam wirbt die Kooperation vor allem im Ausland für einen Besuch der Partnerstädte Braunschweig, Celle, Göttingen, Goslar, Hameln, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Wolfenbüttel und der Autostadt Wolfsburg.

In diesem Jahr weitet der Zusammenschluss seine Aktivitäten aus und präsentiert sich im Rahmen der Sommerkampagne „Support your neighbour – zu Gast bei Freunden“ auch in Deutschland. Ich war in den vergangenen Jahren häufig in den Städten unterwegs und durfte deren unterschiedliche Stärken kennenlernen. Ihr könnt sicher sein: Ob im Rahmen eines Wochenend-Trips oder eines Tagesausflugs – jede einzelne ist eine Reise wert.

 

Mehr Infos zu den neun Städten

Weitere Infos zur erfolgreichsten, touristischen Staedtekooperation findet ihr auch im Netz unter 9staedte.de

Braunschweig

Burg, Floß und Mumme

Foto: 9staedte.de

Ihr wart noch nie in Braunschweig? Dann wird es höchste Zeit. Mitten in der Stadt liegt der Burgplatz mit der Burg Dankwarderode, dem Dom St. Blasii, den Stiftsherrenhäusern und, nicht zu übersehen, dem Löwenstandbild. Kleine Geschäfte, Kneipen und Cafés laden in der Altstadt, dem Magniviertel, zum Bummeln ein. In diesem historischen Ambiente setzt völlig unerwartet das bunte Happy Rizzi House einen besonderen Akzent.

Denjenigen, die das grüne Braunschweig entdecken möchten, empfehle ich eine gemütliche Floßfahrt auf der Oker. Sie führt rund um den historischen Stadtkern, vorbei an Parks, Villen und Gärten.

Und: Braunschweig hat eine kulinarische Besonderheit zu bieten. „Mumme“ heißt das malzhaltige Getränk, das schon im Mittelalter als Proviant für Seefahrer bekannt war und noch heute beim Kochen leckerer Soßen und Dressings verwendet wird.

Celle

Fachwerk, Bauhaus und Kulinarisches

Foto: 9staedte.de

Was fällt mir spontan zu Celle ein? Natürlich das Schloss, Wiege des englischen Königshauses, die vielen restaurierten Fachwerkhäuser, die traditionelle Hengstparade und das weltweit einzige 24 Stunden-Kunstmuseum. Aber wusstet ihr, dass Celle auch ein bedeutender Ort der Bauhaus-Geschichte ist? Wer sich für diese Ausnahmearchitektur interessiert, sollte sich das Otto Haesler Museum anschauen.

Wasserratten können die Aller erkunden, ganz gemütlich an Bord eines Fahrgastschiffes oder aktiv bei einer Kanufahrt. Mich hat neben den vielen touristischen Sehenswürdigkeiten noch etwas Anderes in Celle überrascht. Es handelt sich um eine ganz besondere kulinarische Spezialität, die es tatsächlich nur hier gibt: die „Celler Rohe Roulade“.  Mit Grau- oder Schwarzbrot serviert, spart das Brutzeln und schmeckt – wirklich!

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Hameln

Rattenfänger, Turmblick und schnelle Boote

Foto: 9staedte.de

In Hannover aufgewachsen, gehörte ein Besuch in Hameln zu unserem jährlichen Familien-Ausflugsprogramm. Die Geschichte mit dem Rattenfänger fand ich als Kind schon etwas gruselig, aber auch ziemlich spannend. Und natürlich quengelte ich jedes Mal so lange bis ich eine Brotratte mit nach Hause nehmen konnte. Vor über 70 Jahren hat sie ein Bäcker in Hameln erfunden und noch immer ist sie ein Verkaufsschlager.

Heute fasziniert mich eher das schöne Stadtbild mit den Fachwerkhäusern, deren Dächer man vom Turm der Marktkirche aus gut sehen kann. Und natürlich der Bummel durch die pittoresken Straßen mit den kleinen Läden.  Als Wasserfan reizt mich ein Angebot ganz besonderes: Von Hameln aus kann man die Weser mit 15 PS-Sportbooten sogar ohne Führerschein befahren.

Und zum Abschluss noch ein Tipp: Wenn man seinen Ausflug zeitlich richtig plant, kann man an einer öffentlichen Führung mit dem Rattenfänger teilnehmen.

Hannover

Roter Faden, grüne Gärten und wilde Tiere

Foto: 9staedte.de

Meine Heimatstadt, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Für den Gesamtüberblick empfiehlt sich ein Gang entlang des Roten Fadens, der, auf das Pflaster gemalt, zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt führt.

Eine Rundfahrt mit den Maschseebooten ist für mich der pure Nostalgietrip, ebenso wie die Fahrt mit dem Bogenaufzug mit 17 Grad Neigung auf die Aussichtsplattform des Neuen Rathauses.

Die Herrenhäuser Gärten sind mit dem Georgengarten, der Herrenhäuser Allee und der Grotte von Niki de Saint Phalle das ideale Ausflugsziel für Freunde der Gartenkunst. Mit Kindern geht es in den Erlebnis-Zoo mit über 2.000 Tieren in acht spannenden Erlebniswelten.

Schön, wenn man über Nacht bleiben kann. Dann bietet sich abends ein Besuch des Szene-Stadtteil Linden an, dessen Wahrzeichen die „drei warmen Brüder“ sind. Lasst euch überraschen.

Hildesheim

Dom, Ägypten und historischer Marktplatz

Foto: 9staedte.de

Die Rose spielt in Hildesheim eine ganz besondere Rolle. Kaum in der Innenstadt angekommen, weisen Rosenpflastersteine den Weg zu den Sehenswürdigkeiten. Warum die Rose hier so wichtig ist, erschließt sich bei einem Besuch des Mariendoms. An der Domapsis befindet sich der sagenumwobene 1000-jährige Rosenstock, der eng mit der Entstehungsgeschichte der Stadt verbunden ist. Ebenso wie die Kirche St. Michaelis, die 2010 ihr 1000-jähriges Jubiläum feierte, gehört der Dom seit 1985 zum UNESCO-Welterbe. Unbedingt sehenswert ist der Domschatz im Dommuseum.

Auch sonst kommt man in Hildesheim an einem Museumsbesuch einfach nicht vorbei. Das Roemer-Pelizaeus-Museum beherbergt unter anderem zwei Sammlungen, die in Europa ihresgleichen suchen: Die eine widmet sich ägyptischen Altertümern, die andere chinesischen Porzellanen.

Für eine Pause bietet sich der Historische Marktplatz an. Die ihn umgebenen Gebäude wurden nach dem 2. Weltkrieg nach historischem Vorbildern wiederaufgebaut. Ein einmaliges Ambiente.

Lüneburg

Rote Rosen, Patrizierhäuser und kleine Fische

Foto: 9staedte.de

Noch eine Stadt, in der die Rose eine wichtige Rolle spielt. Seit 2006 zeigt Das Erste wochentags die Telenovela Rote Rosen, gedreht in Lüneburg. Seither pilgern Fans in die Stadt. Was sie sehen, begeistert: eine malerische Altstadt, restaurierte Patrizierhäuser, verwinkelte Gassen, das schmucke Historische Rathaus und vieles mehr.

Natürlich kann man in der traditionsreichen Hansestadt auch super gut einkaufen. In den alten Giebelhäusern gibt es viele gut sortierte Fachgeschäfte und kleine trendige Shops.

Über 1000 Jahre wurde in Lüneburg Salz gefördert. Die Bedeutung des Salzhandels für den Reichtum der Stadt zeigt anschaulich ein Besuch im Deutschen Salzmuseum.

Außer mit Salz wurde einst auch mit Stint gehandelt. Der kleine Fisch war Namensgeber für den Marktplatz im Wasserviertel. Mit dem Alten Kran ist er auch heute noch ein Herzstück der Stadt. Ein Besuch in Lüneburg ohne Einkehr in einem der vielen dort gelegenen Lokale – für mich nicht denkbar.

Wolfenbüttel

Lessing, Casanova und Jägermeister

Foto: 9staedte.de

„Echt lessig!“ mit Wortwitz und Augenzwinkern wirbt Wolfenbüttel für einen Besuch der romantischen Fachwerkstadt. Gotthold Ephraim Lessing hat hier zahlreiche Spuren hinterlassen, z.B. in der Herzog August Bibliothek, die schon für Giacomo Casanova Grund genug war, nach Wolfenbüttel zu kommen. Und natürlich im Lessinghaus, Geburtsstätte von „Nathan der Weise“. Für mich immer wieder beeindruckend ist das Schloss, das zweitgrößte in Niedersachsen, mit seinen barocken Prunkräumen.

Nach so viel Kultur bietet sich zur Entspannung ein Bummel durch die Altstadt an, mit ihren ca. 1000 Fachwerkhäusern, darunter das schmalste Haus Niedersachsens. Wolfenbüttels Gastronomie kann sich sehen lassen und bietet auf jeden Fall ein Kult-Getränk: „Jägermeister“.  Hier (und nicht, wie viele denken, in der Nachbarstadt!) wird der Kräuterlikör produziert und nur hier kann man ihn in so vielen unterschiedlichen Cocktail-Variationen genießen.

Goslar

Kaiserpfalz, Rammelsberg und Zinnfiguren

Foto: 9staedte.de

In Goslar sind Geschichte und Tradition allerorts greifbar. Über 1.500 Fachwerkhäuser, gepflasterte Straßen und die Türme zahlreicher Kirchen prägen das mittelalterliche Stadtbild. Die Altstadt wurde 1992 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt, zusammen mit dem Erzbergwerk Rammelsberg, in dem für Besucher über und unter Tage Bergbaugeschichte lebendig wird.

Ein weiteres historisches Highlight in Goslar ist die zwischen 1040 und 1050 erbaute Kaiserpfalz, in der bei Reichsversammlungen deutsche Geschichte geschrieben wurde.

Abschließend habe ich noch einen Geheimtipp für euch: Das kleinen aber feinen Zinnfiguren-Museum mitten in der Altstadt. Eigentlich dachte ich ja, dass Zinnfiguren ziemlich langweilig sind. Hier wurde ich eines Besseren belehrt. 50 Dioramen zeigen anschaulich Szenen aus der Geschichte der Kaiserstadt. Und wer Spaß an den kleinen Zinnfiguren hat, kann nach dem Rundgang seine eigene Figur gießen und anschließend mit nach Hause nehmen.

Autostadt Wolfsburg

Foto: 9staedte.de

Ich bin eher weniger an Technik interessiert und das Auto ist für mich eher ein praktisches Fortbewegungsmittel als ein Kult(Status-)Objekt. Trotzdem war ich schon häufiger in der Autostadt und finde den Besuch dort immer wieder spannend, weil man das Thema Mobilität in all seinen Facetten erleben kann.

Das Zeithaus bietet einen markenübergreifenden Einblick in die Automobilgeschichte. Acht Pavillons präsentieren auf dem 28 Hektar großen Parkgelände die unterschiedlichen Marken der Konzernfamilie. Die eigenen Fahrkünste kann man auf dem Geländeparcours oder beim Fahrsicherheitstraining testen.

Auch für Kinder bietet die Autostadt jede Menge Abwechslung. Hier drehen Einjährige ihre Runden auf dem Funparcour, Fünfjährige unternehmen Spaßfahrten mit Elektroautos und auf dem Mikromobilitätsparcours können E-Scooter, Hoverboards und andere Mobilitätsneuheiten ausprobiert werden.

Überhaupt spielt das Thema Zukunft der Mobilität eine große Rolle. Hierzu gibt es eine interaktive Ausstellung, deren Besuch sich auch für eingefleischte Autogegner lohnt.