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Göttinger Fachwerk: Das Bornemannsche Haus

26. August 2021
Zu den Fachwerkhäusern, die in Göttingen häufig fotografiert werden, gehört definitiv und auch verdient das Bornemannsche Haus in der Barfüßerstraße. Wir haben uns die Geschichte zu dem alten Fachwerk angeschaut.

Wer war Abel Bornemann?

Über den Kämmerer und Ratsherr von Göttingen

In den Jahren 1531 und 1534 war Abel Bornemann Kämmerer der Stadt Göttingen und von 1536 bis 1540 saß er als Ratsherr in der Stadtvertretung. Sein Haus in der Barfüßerstraße 12 gehört zu den viel besuchten und häufig fotografierten Fachwerkhäusern in der Göttinger Innenstadt. Und das, obwohl ihm klassische Elemente fehlen wie beispielsweise verzierende Schnitzereien. Die Fassadengestaltung in Schwarz, Weiß, Rot und einigen goldenen Akzenten ist aber auch so ein ganz besonderer Hingucker. Außerdem bildet das 1996 nach historischen Vorlagen instandgesetzte Gebäude mit dem ebenfalls renovierten Nachbarhaus das Entree zum Börner-Viertel.

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Das Bornemann-Haus in der Barfüßerstraße 12 in Göttingen

Foto: Göttingen Tourismus & Marketing / Mischke

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Über den Fenstern sieht man die Schiffskehlen, die die mittelalterlichen Windbretter im Fachwerk ersetzten.

Foto: Göttingen Tourismus & Marketing / Mischke

Ältestes Bürgerhaus in Göttingen

Von Windbrettern und Schiffskehlen

Das Haus von Abel Bornemann ist das älteste erhaltene Bürgerhaus in Göttingen, das statt Windbrettern, die vor Zugluft schützten, Füllhölzer mit Schiffskehlen besaß. Der Name kommt daher, dass die Verzierungen wie umgekehrte Schiffskiele aussehen – auf dem Foto seht ihr sie über den roten Fenstern im ersten Stock.

 

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In goldenen Lettern: Börners Initialen und Inschrift.

Foto: Göttingen Tourismus & Marketing / Mischke

Darum gibt es in Göttingen kein Bornemann-Viertel

Goldener Schriftzug über dem Eingang

Über dem Hauseingang prangen die Initialen C und B auf dem verzierten Oberlicht. Direkt darüber ist der goldene Schriftzug „Haus Börner“ zu lesen, nicht etwa Haus Bornemann. Was ist denn da passiert? Zu Beginn des Jahres 1884 kam der Hersfelder Schlachtermeister Christian Börner nach Göttingen. Zuerst eröffnete er in der Johannisstraße eine Schlachterei, wo die Kapazitäten erfolgsbedingt bald nicht mehr ausreichten. Börner erwarb 1890 das Bornemannsche-Haus mitsamt der benachbarten Grundstücke, um hier im größeren Stil produzieren zu können, vor allem Pasteten, Leberwürste, Rouladen und natürlich die gute Göttinger Mettwurst.

 

Bildergalerie zum Bornemannschen Haus

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Relikte vergangener Tage: Die originale Beschriftung.

Foto: Göttingen Tourismus & Marketing / Mischke

Das erinnert noch an die Fleischerei Börner

Davon zeugen heute noch originale Beschriftungen und eine historische Werbetafel im Durchgang zum zweiten Innenhof. Sie weist Börner als „Großherzoglich Sächsischen Hoflieferanten“ aus. Schön zu lesen ist auch Börners Inschrift „Es wünsche mir einer, was er will, dem gebe Gott noch mal so viel“, die er 1910 über dem Portal anbringen ließ.

 

Börner-Viertel

Backstein- und Fachwerk-Romantik

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Das Bornemann-Haus in der Barfüßerstraße 12 in Göttingen

Foto: Göttingen Tourismus & Marketing / Mischke

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Entree zum Börner-Viertel: die „Steinbewachsenen Torsi“

Foto: Göttingen Tourismus & Marketing / Mischke

Wenn ihr schon einmal vor Ort seid, dann schaut euch doch gleich auch noch das gesamte Börner-Viertel von innen an. Den Eingang könnt ihr dank der gewaltigen Skulpturen „Steinbewachsene Torsi“, gar nicht verfehlen. Das Quartier bietet euch einen super Einblick in ein historisches Hinterhof-Ambiente mit behutsam umgenutzter Lagerhaus- und Fabrikarchitektur der ehemaligen Fleischerei Börner. Ein Stückchen Backstein- und Fachwerk-Romantik.

Wenn ihr auf gemütliche, entspannte Atmosphäre bei Indiemusik steht, seid ihr im dots, bestens aufgehoben. Auf der kleinen Bühne im Innenhof werden regelmäßig Live-Konzerte veranstaltet. Im Restaurant Gaudi und seiner Tapas-Bar könnt ihr mediterrane Küche vom Feinsten genießen. Das ist derzeit zwar etwas schwierig, aber es wird schon wieder. Der zweite Innenhof birgt noch ein kaum zu übersehendes Kunstwerk. Die mächtige Bronze-Skulptur „Der Mann am Schreibtisch“, vom Bremer Künstler Bernd Altenstein. Von dort aus seid ihr durch den zweiten Ausgang des Viertels in wenigen Schritten auf der Roten Straße.

 

 

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